Biographie
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12.05.1920 Vilém Flusser wird in Prag jüdischen Eltern Geboren.

1926-30 Besuch der deutschen und tschechischen Volksschule

1930 Wechsel auf das Deutsche Realgymnasium

1936 Flusser schreibt erste Gedichte und das Theaterstück „Saul“

1937 Martin Bubers Vortrag „Vorurteil gegen Gott“ beeindruckt Flusser nachhaltig

1938 Immatrikulation für Philosophie an der juridischen Fakultät der Karluniversität in Prag

1939 Kurz nach der Besetzung Prags durch die Nationalsozialisten im März flieht Flusser gemeinsam mit Edith Barth und ihren Eltern nach London. An der London School of Economics setzt er sein Studium fort

1940 Emigration nach Rio de Janeiro und Arbeit bei einer tschechischen Import/Export-Firma

1941 Heirat mit Edith Barth. Beide ziehen nach São Paulo. Geburt der Tochter Dinah

1943 Geburt des Sohnes Miguel Gustavo

1945 Erst nach Ende des Krieges erfährt Flusser vom gewaltsamen Tod seiner Familie in dem Konzentrationslager Theresienstadt

1950/51 Beginn eines Buchprojektes über die Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts

1950 Beruflich bedingt übersiedelt die Familie Flusser nach Rio de Janeiro. Ende des Jahres kehren die Flussers nach São Paulo zurück

1957 Fertigstellung des bislang unveröffentlichten Buchmanuskripts „Das zwanzigste Jahrhundert“

1957/58 Das deutsche Manuskript Die Geschichte des Teufels entsteht, anschließend das portugiesische A história do diabo

1959 Flusser wird Direktor der Radio- und Transformatorenfabrik Stabivolt

1960 Kontaktaufnahme mit dem Brasilianischen Philosophischen Institut (IBF)

1962 Ernennung zum Mitglied des Brasilianischen Philosophischen Instituts

1963 Erste Buchveröffentlichung: Lingua e Realidade [Sprache und Wirklichkeit]

1963/64 Das Buchmanuskript Da Dúvida [Vom Zweifel] entsteht

1964 Ernennung zum Professor für Kommunikationstheorie an der Fakultät für Kommunikation und Geisteswissenschaften der Fundação A.A. Penteado (FAAP) in São Paulo.

1965 Sprachphilosophische Vorlesungen an der Humanistischen Fakultät des Technologischen Instituts für Aeronautik (ITA) in São José dos Campos

1966/67 Als Abgesandter für kulturelle Zusammenarbeit mit Nordamerika und Europa des brasilianischen Außenministeriums hält Flusser Gastvorträge in Harvard, Boston, Yale, am MIT und zahlreichen europäischen Universitäten und Institutionen

1968/69 Ob der Zuspitzung der politischen Situation innerhalb Brasiliens wird es für Flusser immer schwieriger zu unterrichten und zu publizieren

1973 Arbeit an der philosophischen Autobiographie „Zeugenschaft aus der Bodenlosigkeit“

1974 Vorträge in den USA. Artikel erscheinen in Main Currents

1975 Übersiedlung in die Provence

1976 Erster Besuch in Brasilien

1977 Kurs „Les Gestes“ an der Ecole d’Art d’Aix-en-Provence

1977/78 Zunächst in englisch und deutsch, dann französisch, faßt Flusser seine kommunikationsphilosophien Konzepte in dem Buchmanuskript „Umbruch der menschlichen Beziehungen“ zusammen. Publikationstitel: Kommunikologie

1979 Erneute Reise nach São Paulo

1980 Vorlesungen am Office Regional de la Culture in Marseille „La societé post-industrielle“[Nachgeschichtliche Gesellschaft] Das Buchmanuskript Nachgeschichte entsteht, auch in portugiesischer Fassung

1980/81 Die Vorarbeiten zum Vampyrotheuthis infernalis beginnen

1981 Übersiedlung nach Robion/Provence

1983 Mit Für eine Philosophie der Fotografie veröffentlicht Flusser nach langen vergeblichen Bemühungen sein erstes Buch in Deutschland

1983/84 Arbeit an einer erweiterten „Philosophie der Fotografie“

1984 Kurs „Communication photographique“ an der École nationale de la Photographie in Arles. Teilnahme am ersten Kornhaus-Seminar, veranstaltet von Harry Pross

1985/86 Das Buchmanuskript „Hat Schreiben Zukunft?“ entsteht

1986 Beginn der Kolumne „Curies‘ Children“ im New Yorker Artforum. Erster Besuch in Prag. Flusser wird Berater des internationalen Kulturprojektes „A Casa da Cor“ in São Paulo

1987 "Die Schrift. Hat Schreiben Zukunft?" erscheint als Buch und Diskette

1988 Für Flusser wird in der Zeitschrift European Photographie die Rubrik „Reflections“ eingerichtet

1988/89Die Arbeit an Von Subjekt zu Projekt bleibt fragmentarisch

1990 Eröffnungsvortrag „Zelte“ zum steirischen herbst in Graz

1990/91 Das Buchprojekt Menschwerdung bleibt unabgeschlossen

1991 Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum

27.11.1991 Flusser kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Er wird auf dem Jüdischen Friedhof in Prag beigesetzt.

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(Diese Biographie wurde mit freundlicher Unterstützung des Flusser Archiv veröffentlicht, die vollständige Fassung ist auf der Website des Flusser Archiv publiziert, siehe Quellenverzeichnis)

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